Hauskreise in unserer Kirchgemeinde

von Pfarrer Daniel Wieland

In unserer Kirchgemeinde sind mir sechs Hauskreise bekannt. Sie werden von Gemeindegliedern selbst organisiert. Auf- schlussreicher wäre der ausführlichere Name «Hausbibelkreise». Texte und Themen aus der Bibel sind wohl der häufigste Inhalt, zu dem sich die Gruppen von je fünf bis zehn Teilnehmenden regelmässig in einem privaten Zuhause zusammenfinden. Aber auch andere Lebensthemen oder ein Buch können besprochen werden. Wichtig ist dabei der Austausch und die Gemeinschaft als Gruppe.

Die Chancen der Hauskreise sind vielfältig: Glaubensthemen bleiben nicht mehr eingleisig, wie etwa in der Predigt; sie können im gemeinsamen Gespräch erarbeitet werden. Eigene Erfahrungen und offene Fragen können einfliessen. So wächst ein buntes und lebendiges Bild von unserem Christenglauben. Die Teilnehmenden schätzen auch das verbindliche Unterwegssein mit andern, im Einzelfall über einen Zeitraum von bereits 40 Jahren hinweg! Eine Teilnehmerin, die mit ih- rem Ehepartner mit dabei ist, meinte: «Es tut gut, diese fixen Zeiten zu haben, denn wir reden sonst als Paar nicht so intensiv über diese Themen.» Nicht umsonst ist das Zusammenkommen und Austauschen in den Häusern hin und her eine der ältesten und wohl auch beliebtesten Formen christlicher Gemeinschaft quer durch die verschiedenen Arten von Kirchen (vgl. Apostelgeschichte 2,46).

Als jemand, der selber in verschiedenen Hauskreisen Erfahrungen sammeln durfte, unterstütze oder vernetze ich, wo das ge- wünscht wird, die bestehenden Hauskreise. Und ich kläre ab, ob neue Interessenten in einer bestehenden Gruppe einen Platz finden oder ob allenfalls auch ein neuer Kreis gewagt werden könne. Selber finde ich das gegenwärtige Projekt meines eigenen, erst 2016 gegründeten Hauskreises, sehr lohnend: Während 40 Tagen lesen wir zuhause ausgewählte Kerntexte der Bibel, parallel dazu ein Begleitbuch mit Anregungen und Erklärungen. Und wöchentlich treffen wir uns zum Austausch über das Gelesene – intensiv, spannend!