Erich Wyss

Pfarrer Erich Wyss

Quartier Altstadt/Kasernenquartier
Fachlehrperson Religion Schulhaus Quader

Email:
Tel. 081 250 11 10

Mehr Geist weniger Drama

Was soll man machen, wenn der Berufsberater einem vorschlägt, Schauspiel oder Theologie zu studieren? Für die Theologie war es mit 18 Jahren zu früh, also wurde der Seeländer Erich Wyss zuerst Schauspieler. Er war in Deutschland und der Schweiz in Theater, Film und Fernsehen zu sehen. Jetzt ist er nicht mehr der geheimnisvolle Pizzakurier im Turbotheater, sondern seit 2013 Pfarrer in der Martinskirche. Geblieben ist ihm der Hang zur Kunst: er sucht dauernd nach Synergien und hat auch schon Bilder des Kunstmuseums in seine Altstadtkirche gebracht. Und er mag die Offenheit der Kirche, die er in seinem Gaststudium in Hong Kong kennenlernen durfte.

Motto:
Ich engagiere mich in der Kirche, weil der Heilige Geist vielleicht gerade das mit mir vor hat.

Kurzinterview

Welche Tätigkeit in der Kirchgemeinde ist Ihnen am Wichtigsten?
Ich gebe mein Bestes, nehme mich aber nicht so wichtig. Das Gegenüber ist wichtig.

Was machen Sie ausserhalb der Kirchgemeinde?
Die Kultur ist immer noch mein Steckenpferd und deshalb versuche ich, sie mit der Kirche zu kombinieren. Sei es mit Musik oder der Literatur – übrigens sind Predigten auch Literatur. Ausserdem mag ich fernöstliche Sprache und bin Sportivem nicht abgeneigt.

Wie tanken Sie Kraft und Energie?
Energie bekomme ich von meiner Gattin, dem Gebet im Alltag und dem Nachdenken im Garten, während ich den Vögeln zuschaue.

Wo ist Ihr Lieblingsort in Chur?
Das Seidengut finde ich einen sehr mondänen Ort: eine Maulbeerplantage und die Seidenraupenzucht vergangener Tage. Und natürlich liebe ich die Aussicht vom Turmzimmer der Martinskirche!

Wieso braucht es die Kirchgemeinde?
Weil in der Gemeinschaft auch unglückliche Leute nicht vergessen werden dürfen und das Evangelium verkündet werden darf.

Was kommt Ihnen bei den folgenden 7 Themen der Kirchgemeinde in den Sinn?
Gemeinde:
Ist das Herz unseres sozialen Systems
Leben:
Die Seelsorge kommt mir dabei in den Sinn. Sie ist keine Therapie, sondern Begleitung – auch in sehr kurzen Momenten des Alltags
Familie:
Die heutige Familie ist oftmals auch ein Patchwork mit Alleinerziehenden, fehlenden Grosseltern und vielen Single-Haushalten. Sie alle sind willkommen
Jugend:
Verlangen richtigerweise Offenheit, sind selbst aber oftmals in Clichés verhaftet – auch was die Figur des Pfarrers anbetrifft. Waren wir auch so?
Senioren:
Es ist wichtig, sich zu erinnern – z.B. an die Armut vergangener Tage. Die Senioren sind Träger des Erinnerns.
Soziales:
Die Diakonie ist wichtig für das Wesen der Kirche
Freizeit:
Kultur schafft Emotionen – auch in Verbindung mit der Kirche